Endlich komme ich dazu meinen ersten Eintrag zu schreiben. Ich werde versuchen mich moeglichst kurz zu halten, aber trotzdem das Wichtigste in den Artikel “hinein zu pressen”. “lg an meine liebe Bernadette”
Zuerst nochmal dankschoen meine liebe Raffi und natuerlich auch Robert, dass ihr extra nach der Arbeit trotz des Staus zum Flughafen gekommen seid. Ich habe mich irrsinnig gefreut. Natuerlich gilt der Dank auch meiner Mama, Hannes und Martin.
Die Anreise allgemein gesehen war total anstrengend. Auf dem Flug nach Madrid machte ich schon meine erste Bekanntschaft. Ich lernte einen recht sympathischen Wiener kennen, dessen Freund in wenigen Monaten Vater wird, und der zum Abendessen nach Madrid flog. Cool, oder+
In Madrid brauchte ich dann einige Zeit bis ich den richtigen Gate gefunden hatte. Man musste mit einer Art U Bahn zu den Gates fahren. Der Flughafen dort ist riesig. Ich “latschte” ziemlich lange in der Gegend herum. Gott sei Dank gibt es dort auf jeder Ecke Infoschalter, was auch sehr essentiell ist, da die Gates auf den Tickets nicht gescheit angefuehrt sind. Bei mir stand bzw. RSU. Das Problem war jedoch, dass es Gate R, Gate S und Gate U gab. Natuerlich hatte ich keine Ahnung, welcher Gate der Richtige war und Nummer stand ja auch keine auf dem Ticket. Thanks God for the information pointsª
Kurz gefasst: Nachdem ich eine der unangenehmsten Naechte in meinem Leben in einem echt riesigen Ueberseeflieger verbrachte hatte, der genauso aussah wie in typischen amerikanischen Filmen, landeten wir in Guyaquil. Dort hatten wir eine Stunde Aufenthalt und um viertel 7 flogen wir schliesslich weiter nach Quito. Dieser Flug war wirklich der Beeindruckenste in meinem ganzen Leben. Nachdem wir uns unseren Weg durch die flauschige lkendecke gebahnt hatten, sah ich auf einmal, dass unbeschreiblich riesige Berggipfel durch die Wolken schauten. Das war Wahnsinnª Wir flogen die ganze Zeit nur ueber diese Berge und ich konnte es gar nicht fassen, dass dies nun wirklich die Anden waren. Ganz ehrlich, es ist ein seltsames und gleichzeitig berauschendes Gefuehl, wenn man ploetzlich begreift, dass man auf einem anderen Kontinet ist..l
In Quito schloss ich schliesslich heilfroh meine Koffer in die Arme, die, ich konnte es kaum fassen, wirklich angekommen waren und begab mich zur Sicherheitskontrollen. Die Kontrollen in Ecuador sind nicht besonders langwierig, also kein Vergleich mit Russland. Aja, das habe ich vorhin vergessen: Auf dem Flug lernte ich 5 junge Leute kennen, die ebenfalls ein Volontariat machen. Eine davon, auch 19 Jahre alt, geht fuer 12 Monate in den Dschungel. Wahnsinnª
So stand ich also mit meinem Gepaeckwagen am Flughafen und wartete. 5 Minuten, 10 Minuten, 15 Minuten. Keine Monika Montes hier. Langsam begann ich etwas nervoes zu werden und ueberlegte mir, wie ich mir am besten ein Taxi besorgen koennte. Nur zur Information: Hier in Quito sprechen nicht sehr viele Menschen Englisch. Ploetzlich stand jedoch Paul mit einem Zettel in der Hand, auf dem in Blockbuchstaben Veronika Hoefenstock stand, vor mir. Schliesslich, so schnell konnte ich gar nicht schauen, kam Monika angerannt, nahm mich in den Arm, kuesste mich und entschuldigte sich 1000 x fuer die Verspaetung. Sie hatte naemlich am Flughafen angerufen, und die teilten ihr mit, dass mein Flug Verspaetung habe, was jedoch gar nicht stimmte, da ich schon um 07:00 Uhr morgens angekommen bin. Soweit, so gut… Schliesslich fuhren wir mit dem Taxi zu Monikas Haus ¿Ihr eigenes Auto war naemlich im Waschsalon? und kaum war ich ausgestiegen, nahm mich Ellie, die Volontaerin aus England, in den Arm. Es war alles irgendwie so herzlich.
Kurz gesagt: Das Haus ist wirklich schoen. Natuerlich wird einem hier bewusst, was fuer verdammt reiche, und mit reich meine ich auch reich, Menschen wir im priviligierten Oesterreich sind. Einen kleinen Gemuesegarten hat Monika auch, wo sie selbst Tomaten und anderes Zeugs anbaut. Die Kinder sind gorgious. Wahnsinn. Tabatha, die Kleine, und Paul sind total hilfsbereit und lieb. Gestern hatte ich auch schon das Vergnuegen mit Paul Tennis zu spielen. Der Hinterhof des Hauses ist genau so, wie man sich das in Suedamerika so verstellt. Ich finde das extrem idyllisch…
Das Essen ist wirklich gut. Natuerlich muss man sich erst mal an gebratene Bananen mit Schweinsgeschnetzeltem und Reis gewoehnen, aber ich schaetze es so, dass die Koechin jeden Tag frisch kocht und auch vor allem viel Obst und Gemuese serviert. Hier in Ecuador gibt es zu jeder Mahlzeit einen frisch gepressten Obst bzw Gemuesesaft. Gestern, beim Mittagessen, kostete ich einen Saft, von dem ich meinte, es sei irgendeine spezielle Frucht. Der war wahnsinnig gut. Als ich Monika fragte, was in dem Saft sein, meinte sie, er sei aus frischen Tomaten gepresst. Ich konnte das nicht glauben, denn jeder, der mich kennt, weiss, dass ich Tomaten hasse. Aber dieser Saft schmeckte nicht nach grauslichen schlitzigen Tomaten. Er hatte auch eine ganz gelbe Farbe. Kurz und gut: Haette ich nicht gefragt, waere ich im Traum niemals auf die Idee gekommen, dass das ein Tomatensaft sei.
Heute ¿3. September? war ich dann um halb 7 in der Frueh mit Monika walken, anschliessend ging ich duschen und Haare waschen, verdrueckte schnell 2 Toasts mit einer total guten Fruchtmarmelade und huschte ueber die Strasse zur Spanischschule. 4 Stunden Einzelunterricht hatte ich. Fuer eine Stunde zahle ich 7.50 Dollar. Dabei kann ich kostenlos Internet nutzen und an den Aktivitaeten teilnehmen, die die Schule veranstaltet. (Salsa tanzen etc.
Eines noch: In Ecuador ist es ueblich, dass alle Familien, also diejenigen, die nicht in Slums leben, ein oder zwei Haushaltshilfen haben. Es ist richtig ungewohnt, wenn dauernd jemand hinter dir herputzt. Monika sagte mir, dass die Maedchen, die die Hausarbeit erledigen, dies auch gerne tun wuerden, da viele von ihnen sonst auf der Strasse in Prostitution enden wuerden. Man kann sich das in Europa gar nicht vorstellen.
So, jetzt werde ich mal nach Hause schauen und etwas essen. Fotos werden auch bald mal kommen.
Bis baldª